Wo wir gerade bei ökologischen Problemen sind, kommen wir zu den sozio-ökonomischen Problemen: es ist immer eine gute Sache, Fair-Trade-Schokolade zu kaufen, aber noch besser ist es, den Bauern vor Ort die Möglichkeit zu geben, selbst ihren Kakao zu fertigen Exportprodukten zu verarbeiten.
Michi unterstützt dies sehr. Er war bereits vor Ort in Ecuador und hat einen Kurs in Schokoladenverarbeitung und Pralinenherstellung gegeben.
Aber es ist schwieriger als man denkt. Ein großes Problem ist die Hitze: Die verarbeitete Schokolade entwickelt durch die austretende Kakaobutter einen Grauschleier. Das macht zwar keinen Geschmacksunterschied, sieht aber nicht besonders schön aus. Die ideale Lagerungstemperatur liegt unter 20 Grad. Dennoch sollte man Schokolade nicht im Kühlschrank lagern, da sich nach der Kühlung Kondenzwassers auf der Oberfläche absetzt. Wenn man Schokolade im Kühlschrank lagern muss, dann sollte man sie in mehreren Schichten verpacken, und wenn man die Schokolade herausholt, sollte sie mindestens eine Stunde lang in der Verpackung im Zimmer liegen gelassen werden.
Das zweite und größere Problem für die Kakaobauern ist das Haltbarmachen der Schokolade für den Export.
Dennoch sieht man die Idee langsam Früchte tragen: Es gibt mittlerweile immer mehr Schokoladen-Hersteller und Chocolatiers in Ecuador.
Der Vortrag ging weiter mit einer Präsentation über das Land Ecuador selbst. Dazu hatte Michi die Gründerin der Reiseagentur Puro Ecuador (http://www.puroecuador.de) eingeladen.
Sie hat es sich auf die Fahne geschrieben, den Reisenden ihre Heimat vorzustellen: Das authentische Ecuador abseits der typischen Routen, die verschiedenen Völker und die abgelegenen Gegenden. Das tat sie in Klein(st)gruppen, schon ab 4 Personen, auf verschiedenen 15 Tage-Routen - mit der Option, die Reise um 7 Tage auf den Galapagos-Inseln zu verlängern. Teil der Reise ist ein Besuch einer Kakaoplantage in Mashpi. Der Preis liegt bei 3000 Euro und noch mal knapp 1500 für Galapagos oben drauf. Ich kenne zwar keine Vergleichspreise, aber es klingt mir fair für alles, was angeboten wird, und ich bezweifle, dass wir all diese Orte auf eigene Faust finden würden. Die Veranstalterin scheint auch recht flexibel zu sein, daher überlegen wir, ob wir dieses Angebot in abgewandelter Form nehmen sollen. Im Januar ist das Hochland eher nichts zum Reisen, es gibt meistens strömenden Regen zu dieser Zeit. Stattdessen könnten wir vielleicht noch eine Woche Tauchen an das Galapagos-Inselhopping anhängen.
Bild: Michi mit einer Kakaofrucht in der Hand. Auf dem Leinwandbild ist eine frische, rohe Kakaobohne zu sehen (im weiße Fruchtfleisch)
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