Sonntag, 27. September 2015

Kakaoherstellung in Ecuador

Unser Lieblings-Chocolatier - Michael Kitz von Michis Schokoatelier (http://www.michis-schokoatelier.de) - hat einen Vortrag über Ecuador und den Kakaoanbau organisiert - mit Schokoladenverkostung. 

Der Gedanke lag eigentlich nahe: Da wir sowieso Ecuador im Reiseplan haben - wieso nicht auch eine Kakaoplantage besuchen? 

Michi zeigte Fotos von Kakaobäumen, der Ernte und Verarbeitung der Kakaobohnen, und Fotos der Einheimischen, die er dort kennengelernt hat. 
Es hatte etwas Faszinierendes, auf einen Foto einen Kakaobauern (den er uns als Manuel vorgestellte) auf seiner kleinen Plantage (Hacienda) zu sehen und gleichzeitig die Schokolade aus diesen Bohnen zu kosten. 

Michi beschrieb den Kakao als den besten der Welt. Die Bohnen sind sehr mild (verglichen mit anderen Sorten, aber immer noch ziemlich bitter - wie jeder weiß, der schon mal Kakaobohnen probiert hat), die Schokolade daraus schmeckt zitronig-fruchtig. 
Dieser Kakao wird als "Nationalkakao" bezeichnet und darf nur unter diesem Label verkauft werden, wenn er aus Ecuador stammt.

Manche der verkosteten Schokoladen hatte Michi selbst hergestellt, andere waren vor Ort in der Stadt Mendez verarbeitet worden. 

Die Erntezeit von Kakao ist ganzjährig; an den Bäumen gibt es gleichzeitig Blüten und reife Früchte. Um die Ausbeute an Früchten zu erhöhen, werden die Blüten zusätzlich bestäubt. In kleineren Plantagen wird die natürliche Bestäubung zum Beispiel mit Bananenresten verstärkt, die unter dem Kakaobaum verteilt werden: diese locken Insekten an, die dadurch öfters in den Kakaoblüten landen. 

Auf Manuels Plantage wird samstags geerntet, und sonntags werden die Bohnen zur Sammelstelle gebracht. Dort werden die Bohnen fermentiert und getrocknet. Das muss sehr sorgfältig geschehen, damit die Bohnen auf dem Transportweg nicht schimmeln. 

Zur Schokoladenherstellung werden die Bohnen fein gemahlen und mit Aromen (z.B.Vanille) verfeiert, oder mit Milchpulver und Zucker zu Vollmilchschokolade gemacht. Im Handel wird die Kakaomasse oft entölt und die Kakaobutter durch billigeres Palmöl ersetzt. Die Kakaobutter kann separat teuer verkauft werden. Palmöl ist laut Michi nicht so gut vom Körper abbaubar wie Kakaobutter, aber auch aus Umweltschutzgründen sollte man auf Palmölprodukte verzichten, da sehr viel Regenwald für diese Plantagen abgeholzt wird. Kakao hingegen wächst am besten direkt im Regenwald und wird gerade von Kleinbauern nicht aus Monokultur angebaut. 

Wo wir gerade bei ökologischen Problemen sind, kommen wir zu den sozio-ökonomischen Problemen: es ist immer eine gute Sache, Fair-Trade-Schokolade zu kaufen, aber noch besser ist es, den Bauern vor Ort die Möglichkeit zu geben, selbst ihren Kakao zu fertigen Exportprodukten zu verarbeiten. 

Michi unterstützt dies sehr. Er war bereits vor Ort in Ecuador und hat einen Kurs in Schokoladenverarbeitung und Pralinenherstellung gegeben. 

Aber es ist schwieriger als man denkt. Ein großes Problem ist die Hitze: Die verarbeitete Schokolade entwickelt durch die austretende Kakaobutter einen Grauschleier. Das macht zwar keinen Geschmacksunterschied, sieht aber nicht besonders schön aus. Die ideale Lagerungstemperatur liegt unter 20 Grad. Dennoch sollte man Schokolade nicht im Kühlschrank lagern, da sich nach der Kühlung Kondenzwassers auf der Oberfläche absetzt. Wenn man Schokolade im Kühlschrank lagern muss, dann sollte man sie in mehreren Schichten verpacken, und wenn man die Schokolade herausholt, sollte sie mindestens eine Stunde lang in der Verpackung im Zimmer liegen gelassen werden.

Das zweite und größere Problem für die Kakaobauern ist das Haltbarmachen der Schokolade für den Export. 

Dennoch sieht man die Idee langsam Früchte tragen: Es gibt mittlerweile immer mehr Schokoladen-Hersteller und Chocolatiers in Ecuador. 

Der Vortrag ging weiter mit einer Präsentation über das Land Ecuador selbst. Dazu hatte Michi die Gründerin der Reiseagentur Puro Ecuador (http://www.puroecuador.de) eingeladen.

Sie hat es sich auf die Fahne geschrieben, den Reisenden ihre Heimat vorzustellen: Das authentische Ecuador abseits der typischen Routen, die verschiedenen Völker und die abgelegenen Gegenden. Das tat sie in Klein(st)gruppen, schon ab 4 Personen, auf verschiedenen 15 Tage-Routen - mit der Option, die Reise um 7 Tage auf den Galapagos-Inseln zu verlängern. Teil der Reise ist ein Besuch einer Kakaoplantage in Mashpi. Der Preis liegt bei 3000 Euro und noch mal knapp 1500 für Galapagos oben drauf. Ich kenne zwar keine Vergleichspreise, aber es klingt mir fair für alles, was angeboten wird, und ich bezweifle, dass wir all diese Orte auf eigene Faust finden würden. Die Veranstalterin scheint auch recht flexibel zu sein, daher überlegen wir, ob wir dieses Angebot in abgewandelter Form nehmen sollen. Im Januar ist das Hochland eher nichts zum Reisen, es gibt meistens strömenden Regen zu dieser Zeit. Stattdessen könnten wir vielleicht noch eine Woche Tauchen an das Galapagos-Inselhopping anhängen.

Bild: Michi mit einer Kakaofrucht in der Hand. Auf dem Leinwandbild ist eine frische, rohe Kakaobohne zu sehen (im weiße Fruchtfleisch)

Samstag, 22. August 2015

Wo unterkommen und was kostet das?

Eine typische Backpacker-Weltreise erscheint uns wie eine Zeitverschwendung - wie soll man auf diese Weise Land und Leute kennenlernen? Mit jungen Europäern in einem 10-Bett-Zimmer Trinkspiele und Party zu machen - dafür sind wir wirklich zu alt.
Die Antwort ist eine Kombination aus Freiwilligenarbeit, Couchsurfing, Airbnb und Bekannten.

Couchsurfing war jahrelang meine bevorzugte Art zu reisen: Man sucht sich jemanden, dessen Profil sympathisch aussieht, schreibt eine persönliche  Nachricht, und in der Regel bekommt man relativ zügig eine Zusage oder bedauernde Absage.

Leider ist Couchsurfing.com zu einer Art kostenlosen Airbnb verkommen, seit ich es das letzte Mal genutzt habe (bevor ich bei meinem Mann eingezogen bin).

Seit ich mein Profil testweise reaktiviert habe, bekomme ich etwa ein bis zweimal pro Woche eine Anfrage.
Da ich nicht mehr allein wohne und deshalb nicht mehr als Langeweile jeden aufnehme, habe ich eine Vorauswahl in mein Profil eingebaut: Der erste Satz in meinem Profil ist, dass ich nur Leute hoste, die sich die Mühe gemacht haben, mein Profil anzuschauen und deshalb meinen echten Namen kennen. Den habe ich ganz am Ende unter meine Couchbeschreibung geschrieben.

Ganze drei Couchsurfer haben in den letzten Monaten meinen Namen in ihrer Nachricht genannt. Stattdessen kamen generische Texte, die sie wahrscheinlich an hundert Leute geschickt haben (anstelle von wenigen, qualitativ hochwertigen Anfragen, die dafür sorgen, dass man sich überlegt, wen man kennenlernen will, mit wem man Dinge gemeinsam hat, - oder vielleicht hat der Gastgeber ein interessantes Hobby, über das ich mehr erfahren will?).

Es kamen sogar Anfragen von Männern aus der gleichen Stadt, die fragten, ob sie heute Nacht bei mir schlafen könnten. Daraufhin habe ich mein Profilbild geändert, sodass es mich zusammen mit meinem Mann zeigt.
Dann kamen noch Anfragen, die an E-Mail-Spam erinnerten: "provitable Geschäfte", die wahrscheinlich hauptsächlich aus Geldwäsche bestehen.
Couchsurfing ist einfach zu groß und bekannt geworden.

Wahrscheinlich werden wir auf kleinere Plattformen ausweichen wie bewelcome, oder gleich Airbnb verwenden, das vor allem in typischen Urlaubsorten einfacher zu handhaben ist. Idealerweise ist man dort bei Einheimischen untergebracht und bezahlt sie für die Unterkunft und Frühstück. Mit etwas weniger Glück ist es eine normale Hostel.
Zum Beispiel habe ich mir die Osterinsel vorgenommen: auf Couchsurfing gibt es nur eine Handvoll potentielle Gastgeber, die "vielleicht" eine Couch haben. Auf Airbnb gibt es zum Beispiel einen Bauernhof im Nirgendwo mit Pferden, der damit beworben wird, dass es frische Kuhmilch am Morgen gibt und direkt am Meer liegt.

Natürlich müssen wir auch etwas aufs Budget achten. Der oben beschriebene Bauernhof kostet 47 Euro pro Nacht für zwei Personen. Hostels bekommt man am 20 Euro.

Empfehlungen für das Tagesbudget für eine Weltreise reichen von 10 bis 60 Euro pro Tag, je nach Land und Ansprüchen.
Für ein Jahr Reise à 60 Euro pro Tag müsste man rein rechnerisch 21.900 Euro sparen. Und dazu kommen noch die Flüge und andere Transportkosten.
Wir haben uns das Sparziel 30.000 Euro pro Person gesetzt. Erst wenn das erreicht ist, setzen wir das Abreisedatum fest. Wir sind beide glücklicherweise in der Situation, recht gut zu verdienen, damit stehen die Chancen gut, das Geld bis 2025 auf der hohen Kante zu haben und in der Zwischenzeit trotzdem auf wenig verzichten zu müssen.

Als Freiwilligenarbeit wird eine kurzzeitige Arbeit in Nationalparks oder in anderen öffentlichen Einrichtungen wie Schulen bezeichnet, die mit Unterkunft und Verpflegung bei Einheimischen oder direkt im Park angeboten wird.
Aber nur weil es "Arbeit" genannt wird, heißt das nicht, dass man dafür bezahlt wird. Im Gegenteil zahlt man dafür u.a. eine Organisationsgebühr, Unterkunft, Verpflegung, Workshops und Transport.
Wahlweise kann ein Sprachkurs dazu gebucht werden. Für einen vierwöchigen Aufenthalt sollte man mehr als 1500 Euro einplanen. Das entspricht ebenfalls etwa 60 Euro am Tag.
Diese Programme werde ich in einem separaten Blogeintrag detaillierter vorstellen.

Die beste Art unterzukommen, sind wahrscheinlich Verwandte und Bekannte. Leider ist das nicht für Jeden eine Option, Verwandte zu besuchen, aber es ergeben sich im Lauf der Jahre immer wieder Zufallsbekanntschaften, die froh sind, dir als Gastgeber die Schönheit ihres Lands zu zeigen.
Wir haben dieses Glück für Neuseeland, denn dorthin sind gute Bekannte von meinem Mann ausgewandert.

Zelten wollen wir definitiv vermeiden; erstens ist es möglicherweise illegal, und zweitens weiß man nie, welches Tier es sich vielleicht in deinem Schlafsack bequem macht oder dein Zelt für eine Verpackung von etwas Leckerem hält.
Wir werden wahrscheinlich nicht mal ein Zelt für den Notfall mitnehmen, sondern höchstens einen leichten Schlafsack und Mini-Iso-Matte, falls wir nur ein Plätzchen auf dem Fußboden in einer Privatwohnung bekommen können.

Freitag, 21. August 2015

Ein Plan reift heran: Wohin soll's denn gehen?

Um eine sinnvolle Route für die Weltreise festzulegen, stellten wir uns zunächst zur groben Orientierung die Länder oder Kontinente zusammen, die wir auf jeden Fall sehen wollten bzw. nahmen die Länder heraus, die wir unbedingt meiden wollten: Südafrika, Südamerika, Ozeanien rein, Nordamerika, Naher Osten, Indien und China raus.
Dann stellte sich die Frage, ob wir nach Osten oder Westen reisen sollten. Von Deutschland aus nach Osten durch Russland kannte ich bereits und wusste, dass es für Langschläfer wie uns anstrengender sein würde, in jeder durchquerten Zeitzone eine Stunde Schlaf zu verlieren als in umgekehrter Richtung eine Stunde zu gewinnen.
Weiterhin wäre es eine gute Idee, mit den aufregenden und anstrengenden Teilen zu beginnen, und das letzte Drittel der Weltreise auf tropischen Paradisen mit endlosen Stränden, und eintönigen Überland- und Überwasserreisen zu verbringen, um uns zu erholen und um zu reflektieren zu können.

Von diesen Randbedingungen ausgehend, trug ich Klimatabellen für die halbe Welt zusammen und zog in Ost-West-Richtung durch die empfohlenen Reisezeiten eine Linie.
Das hat nicht immer ganz geklappt und wir werden für Französisch-Polynesien zurück nach Osten müssen, außerdem werden wir einen Abstecher nach Japan machen bevor es dort zu heiß wird.
Dabei herausgekommen ist ein grober Reiseplan, den ich in den nächsten Monaten mit Leben füllen werde:

- beginnend im September mit den Viktoriafällen auf der Seite von Simbabwe (damit wir dort noch etwas Wasser zu sehen bekommen)
- Madagaskar bis Ende September
- Südafrika im Oktober
- Costa Rica im November
- Yucatan eine Woche, der Rest vom Dezember zwischen Venezuela und Brasilien aufgeteilt (Neujahr in Rio?) mit Zwischenstop am Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana
- Januar nach Ecuador und Galapagos
- Ende Januar die Küste runter nach Peru
- im Februar Chile und Argentinien mit Ausflug auf die Osterinsel Anfang März
- bis Anfang April Neuseeland
- zwei Wochen Japan bis Ende April
- Anfang bis Ende Mai Vanuatu
- dann weiter nach Papuar Neuguinea bis Ende Juni
- Indonesien bis Ende Juli
- im August durch Russland über Kamtschatka und den Baikalsee zurück nach Deutschland

Das klingt stressig, soll es aber gar nicht sein. Das Ziel ist, die Highlights herauszusuchen, an jeder Station eine Woche oder länger zu bleiben, und Appetit zu machen auf ein Zurückkommen.  

Dienstag, 18. August 2015

Ein Plan reift heran: ein langer Blick auf die Reiseziele

Ich will das Maximale aus der Weltreise herausholen. Dazu gehört, nicht einfach drauf loszureisen und im Flieger den Lonely Planet durchzublättern, sondern Bücher zu lesen, die von der jeweiligen Kultur handeln oder Romane, die vor Ort spielen, um einen Eindruck zu bekommen, was uns dort erwartet, und um besser auf die dortigen Menschen und ihre Kultur eingehen zu können.

Ich erinnere mich noch lebhaft an einige Bücher, die ich in meiner Jugend verschlungen habe, ohne mir die Titel gemerkt zu haben (leider!). Darunter waren Abenteuerreisen durch den Regenwald, die eine Fazination transportiert haben, die mir das lebhafte Gefühl gegeben haben, dort zu sein, und mir nebenbei Wissen vermittelt haben: Von diesen seltsamen Mangroven-Bäumen, die im Wasser wachsen, über das Ökosystem Regenwald und die Natürlichkeit von Waldbränden bis hin zur Abwehr der Tierwelt mit Feuer und Rauch des Lagerfeuers und den kolossalen Tempeln mitten im tiefsten Dickicht. 
Sehr gefallen hat mir auch die "Meuterei auf der Bounty". Der Roman ist ein Grund dafür, dass ich einen Stop auf Tahiti eingeplant habe und länger darüber nachgedacht habe, ob es irgendwie möglich ist, Pitcairn ebenfalls auf der Route mitzunehmen. Diese Insel ist der wahrscheinlich abgelegenste Ort der Welt, nur ein paar Mal im Jahr kommt ein Containerschiff von Neuseeland vorbei um das Nötigste zu bringen. Es ist kein Wunder, dass die Meuterer (und die gezwungenermaßen mitgekommenem Tahitianer) sich dort jahrzehntelang verstecken konnten (und sich dabei zum Großteil gegenseitig umbrachten) bevor sie von den Briten entdeckt wurden. Heute ist die Bevölkerung knapp 60 Einwohner stark, die meisten davon Nachfahren der Meuterer und Tahitianerinnen. Vor über einem Jahrzehnt richtete sich die Aufmerksamkeit der englischsprachigen Welt auf die Insel wegen dem systematischen sexuellen Missbrauch von Minderjährigen, und dieses Jahr schrieb der Spiegel, dass die britische Regierung vergeblich versucht, Siedler für die Insel zu gewinnen. Angesichts der jüngeren Geschichte und der Lage ist klar, warum es so wenig Erfolg hat. Dazu kommt, dass Pitcairn eben kein Südseeparadies ist wie Tahiti, sondern ein strandloser Vulkan-Monolith mit Steilklippen und gefährlicher Brandung, die oft das Anlegen mit einem Boot nicht zulässt. Und natürlich gibt es keinen Flughafen.
Das ist alles andere als ideal als kurzer Zwischenstop auf einer Weltreise.

Heute schmökere ich in anderen Büchern. Auf meinem Nachttisch liegt ein Stapel von halbgelesenen Büchern aus den unterschiedlichsten Themengebieten mit bunten Lesezeichen.
Ein recht dünnes, aber sehr wissenschaftliches Buch zum Beispiel nennt sich "Leben ohne Objekte", das Carlos Lenkersdorf über ein indigenes Volk in Mexiko geschrieben hat, das schon aufgrund seiner Sprache keinen Besitz kennt und eine absolute Demokratie lebt. 
Ein weiteres Buch ist "Kollaps" von Jared Diamond. Es beleuchtet, warum Zivilisationen aussterben oder warum sie überleben. Ich lese gerade über die Besiedlung von Polynesien und über die berühmten merkwürdigen Steinskulpturen auf der Osterinsel, und welche Kultur und Denkweisen dahinter stecken. 
Bevor die Reise losgeht, werde ich hier im Blog die Bücher und Erkenntnisse daraus detaillierter vorstellen. 

Weitere Reiseziele auf der Wunschliste sind weitere Südpazifikinseln (wie der Inselstaat Vanuatu) für seine Cargo-Kulte, die ein faszinierendes Phänomen darstellen; speziell herausstellen möchte ich die John-Frum-Bewegung (aber später dazu mehr).
Und die Scharrbilder bei Nazca in Peru. 

Auch die Tierwelt lockt: Auf Charles Darwins Spuren auf Galapagos betreten ist ein Muss, genau wie Komodowarane auf der indonesischen Insel Komodo in freier Wildbahn zu sehen. Ich kann an dieser Stelle jedem empfehlen, auf YouTube nach Videos mit Titeln wie "komodo dragon vs. ..." zu suchen. Sehr bezeichnend, dass sie auf Englisch Drachen genannt werden, denn sie sind beeindruckende Riesenechsen, die ihre viel größere Beute verwunden und tagelang verfolgen können, um sie zu fressen, sobald das Beutetier schwach genug ist. 

Vielleicht kann mir jemand Bücher empfehlen, die ich unbedingt lesen sollte, bevor die Reise losgeht? 

Ein Plan entsteht

Noch vor zwei Monaten empfand ich die Idee einer Weltreise als zu abgehoben um länger als eine Minute darüber nachzudenken. Vor meinem inneren Auge sah ich eine nicht enden wollende Kreuzfahrt mit dicken Damen im Abendkleid. Ich bin nicht sicher, welches Ereignis meine Meinung so grundlegend geändert hat. Vielleicht war es Marco Polo.

Es ist eine Marotte von mir, mich in Ideen festzubeißen, die auf den ersten Blick verrückt wirken. Dies hat mich zwei Monate nach Usbekistan, per Anhalter durch halb Europa und anderhalb Jahre nach Russland verschlagen und mir eine Piratenhochzeit eingebracht. Alles Erfahrungen, die ich nicht missen möchte.

Nun begab es sich, dass ich allein zu Hause war und krank im Bett lag. Neben mir lag mein Smartphone und spielte auf Youtube Dokus über historische Themen ab, deren Inhalte ich im Halbschlaf ab und an mitbekam. Eine Doku fand ich selbst in diesem Zustand spannend und ärgerte mich regelrecht, dass ich ständig beim Zuhören einschlief: Marco Polo - war er ein Weltreisender, oder hat er sich alles nur ausgedacht?
Als es mir wieder besser ging, sah ich mir die Doku komplett von vorn bis hinten an. Dann noch eine weitere zum Themen Marco Polo. Und noch eine. Und bestellte parallel dazu "seinen" Reisebericht, "Die Wunder der Welt", im Netz. Es war faszinierend, wie ein Mensch ins Unbekannte loszog und einen völlig anderen Teil der Welt kennenlernte - es erweckte meine eigene Reiselust und Lust an der Fremde wieder aus ihrem Dornröschenschlaf. 

Nebenbemerkung: Ich halte es trotz einiger merkwürdiger Anekdoten und Berichte der übernatürlichen Art in Marco Polos Reisebericht für sehr wahrscheinlich, dass seine Reise stattgefunden hat. Die Zweifel lassen sich an der Tatsache zerstreuen, dass die Erlebnisse erste Jahre nach seiner Rückkehr von einem fantasiebegabten und reißerischen Schriftsteller (Rustichello da Pisa) anhand mündlicher Erzählungen niedergeschrieben (oder überarbeitet) wurden. Dabei haben sich sicherlich selbst Erlebtes, die Erzählungen von Mitreisenden, und die mittelalterlich-abendländische Bildung Rustichellos mit einander vermischt. 

So faszinierend die Erzählungen waren, so wenig Lust hatte ich, durch den Nahen Osten und Taklamakan, die Wüste ohne Wiederkehr, zu reisen. Stattdessen stellte ich mir die Frage, welche Orte ich schon immer sehen wollte. Die Liste war lang. Und daraus wurde ein Plan.