Dienstag, 18. August 2015

Ein Plan reift heran: ein langer Blick auf die Reiseziele

Ich will das Maximale aus der Weltreise herausholen. Dazu gehört, nicht einfach drauf loszureisen und im Flieger den Lonely Planet durchzublättern, sondern Bücher zu lesen, die von der jeweiligen Kultur handeln oder Romane, die vor Ort spielen, um einen Eindruck zu bekommen, was uns dort erwartet, und um besser auf die dortigen Menschen und ihre Kultur eingehen zu können.

Ich erinnere mich noch lebhaft an einige Bücher, die ich in meiner Jugend verschlungen habe, ohne mir die Titel gemerkt zu haben (leider!). Darunter waren Abenteuerreisen durch den Regenwald, die eine Fazination transportiert haben, die mir das lebhafte Gefühl gegeben haben, dort zu sein, und mir nebenbei Wissen vermittelt haben: Von diesen seltsamen Mangroven-Bäumen, die im Wasser wachsen, über das Ökosystem Regenwald und die Natürlichkeit von Waldbränden bis hin zur Abwehr der Tierwelt mit Feuer und Rauch des Lagerfeuers und den kolossalen Tempeln mitten im tiefsten Dickicht. 
Sehr gefallen hat mir auch die "Meuterei auf der Bounty". Der Roman ist ein Grund dafür, dass ich einen Stop auf Tahiti eingeplant habe und länger darüber nachgedacht habe, ob es irgendwie möglich ist, Pitcairn ebenfalls auf der Route mitzunehmen. Diese Insel ist der wahrscheinlich abgelegenste Ort der Welt, nur ein paar Mal im Jahr kommt ein Containerschiff von Neuseeland vorbei um das Nötigste zu bringen. Es ist kein Wunder, dass die Meuterer (und die gezwungenermaßen mitgekommenem Tahitianer) sich dort jahrzehntelang verstecken konnten (und sich dabei zum Großteil gegenseitig umbrachten) bevor sie von den Briten entdeckt wurden. Heute ist die Bevölkerung knapp 60 Einwohner stark, die meisten davon Nachfahren der Meuterer und Tahitianerinnen. Vor über einem Jahrzehnt richtete sich die Aufmerksamkeit der englischsprachigen Welt auf die Insel wegen dem systematischen sexuellen Missbrauch von Minderjährigen, und dieses Jahr schrieb der Spiegel, dass die britische Regierung vergeblich versucht, Siedler für die Insel zu gewinnen. Angesichts der jüngeren Geschichte und der Lage ist klar, warum es so wenig Erfolg hat. Dazu kommt, dass Pitcairn eben kein Südseeparadies ist wie Tahiti, sondern ein strandloser Vulkan-Monolith mit Steilklippen und gefährlicher Brandung, die oft das Anlegen mit einem Boot nicht zulässt. Und natürlich gibt es keinen Flughafen.
Das ist alles andere als ideal als kurzer Zwischenstop auf einer Weltreise.

Heute schmökere ich in anderen Büchern. Auf meinem Nachttisch liegt ein Stapel von halbgelesenen Büchern aus den unterschiedlichsten Themengebieten mit bunten Lesezeichen.
Ein recht dünnes, aber sehr wissenschaftliches Buch zum Beispiel nennt sich "Leben ohne Objekte", das Carlos Lenkersdorf über ein indigenes Volk in Mexiko geschrieben hat, das schon aufgrund seiner Sprache keinen Besitz kennt und eine absolute Demokratie lebt. 
Ein weiteres Buch ist "Kollaps" von Jared Diamond. Es beleuchtet, warum Zivilisationen aussterben oder warum sie überleben. Ich lese gerade über die Besiedlung von Polynesien und über die berühmten merkwürdigen Steinskulpturen auf der Osterinsel, und welche Kultur und Denkweisen dahinter stecken. 
Bevor die Reise losgeht, werde ich hier im Blog die Bücher und Erkenntnisse daraus detaillierter vorstellen. 

Weitere Reiseziele auf der Wunschliste sind weitere Südpazifikinseln (wie der Inselstaat Vanuatu) für seine Cargo-Kulte, die ein faszinierendes Phänomen darstellen; speziell herausstellen möchte ich die John-Frum-Bewegung (aber später dazu mehr).
Und die Scharrbilder bei Nazca in Peru. 

Auch die Tierwelt lockt: Auf Charles Darwins Spuren auf Galapagos betreten ist ein Muss, genau wie Komodowarane auf der indonesischen Insel Komodo in freier Wildbahn zu sehen. Ich kann an dieser Stelle jedem empfehlen, auf YouTube nach Videos mit Titeln wie "komodo dragon vs. ..." zu suchen. Sehr bezeichnend, dass sie auf Englisch Drachen genannt werden, denn sie sind beeindruckende Riesenechsen, die ihre viel größere Beute verwunden und tagelang verfolgen können, um sie zu fressen, sobald das Beutetier schwach genug ist. 

Vielleicht kann mir jemand Bücher empfehlen, die ich unbedingt lesen sollte, bevor die Reise losgeht? 

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